Die heutige Esther Schweins hält sich die Hand vor den Kopf

Wenn ich mal eine Autobiographie schreibe, nenne ich sie „Falsche Versprechungen“.

Die heutige Esther Schweins hält sich die Hand vor den Kopf
Fotocredits: BASIS BERLIN Filmproduktion/ZDF/ Thomas Lütz

Als weißem, able-bodied, cis-hetero männlichem Jugendlichen in den 80er und 90er Jahren der BRD wurde mir suggeriert, die Welt würde später mir gehören – und alles wäre erlaubt. Ich würde mich so wie James Bond an Frauen vergreifen und mich über Schwule und Behinderte lustig machen. Ich würde wie Thomas Gottschalk die berühmtesten Ladies gegen ihren Willen am Knie betatschen und auf den Mund küssen. Ich würde wie Colt Seavers das Gesetz gegen lauter fies aussehende Nicht-Weiße in die eigene Hand nehmen und dem Guten (also mir) zum Sieg verhelfen.

Und nu? Nix is. 40 Jahre später soll ich mich stattdessen mit meinen Gefühlen auseinandersetzen, die Bücher schwarzer lesbischer Frauen lesen und darf irgendwie überhaupt niemanden zu meinem Vergnügen zwingen (oder wenigstens anschießen).

Mein Leben wurde mir unter falschen Versprechungen verkauft!

Einziger Trost: Das Fernseh- und Kinoprogramm ist deutlich besser geworden. Zum Beispiel diese Doko hier:

Immerhin. Für mich als alten Fernsehjunkie eigentlich gar keine so schlechten Zeiten…